Katholische Kirchenmusik "Cäcilia" Flonheim

Chronik der Kath. Kirchenmusik „Cäcilia“



Die Kath. Kirchenmusik Flonheim ging im Jahr 1921 aus dem seit 1892 bestehenden Kirchenchor „Cäcilia“ hervor. Als Gründungsversammlung kann lt. Protokollbuch die Generalversammlung am 26.05.1921 in der Wirtschaft von Johann Frank angesehen werden.



Die Männer der ersten Stunde waren: (siehe Bild oben)
o. Reihe v. links: Wilhelm Linnebacher, Karl Schmitt, Phil. Engeldrum, Jakob Meierhöfer, Georg Maier
m. Reihe v. links: Peter Schmidt, Anton Zahn, Dirigent Eichberger, Wilh. Mück, Jakob Koch
u. Reihe v. links: Friedr. Dehos, Julius Wiegland, Robert Eichberger, Wilh. Baumann, Martin Heck
Auf dem Bild fehlten: Wilhelm Hartmann (Präsident) und Jakob Redey

Die Kirchenmusik war in den ersten Jahren ihres Bestehens eine Abteilung des Kirchenchores „Cäcilia“. Im Laufe der Zeit übernahm die Kirchenmusik die führende Rolle. Der Kirchenchor wurde aufgelöst.

Die ersten Instrumente wurden durch Spenden der Mitglieder finanziert. Die Kirchenmusik war sehr aktiv und führte zahlreiche Veranstaltungen durch. Am 19.08.1923 richtete die Kapelle in der Turnhalle Flonheim den Verbandstag der Musikkapellen des Kreises Alzey aus. Abends wurde dann noch ein Familienabend in der Wirtschaft von Johann Frank abgehalten. Als Eintritt musste damals jeder Herr 10.000 Mark zahlen.

Auch in den folgenden Jahren wurden viele Theaterabende und sonstige Veranstaltungen der Kirchengemeinde durchgeführt.

Ab 1926 nahm die Musik am Nepomukfest in Erbes-Büdesheim teil. In einer Prozession ging es jeweils über Uffhofen nach Erbes-Büdesheim.

Im Jahre 1928 wirkte die Kapelle beim Fest des Radfahrvereins Flonheim mit. Ebenso wurde ein Ausflug nach Marienthal unternommen. Im gleichen Jahr besuchte man das 5-jährige Stiftungsfest des Kath. Musikvereins Heimersheim.

Beim einem Familienabend am 04.03.1928 wurden einige Herren zu Ehrenmitgliedern benannt, darunter auch der Mitbegründer des Vereins, Herr Pfarrer Palzer, der zu diesem Zeitpunkt Flonheim bereits verlassen hatte. Im Jahr 1928 zählte der Verein 110 Mitglieder. Das 10-jährige Bestehen im Jahre 1931 wurde mit den Musikvereinen Erbes- Büdesheim, Gau-Bickelheim, Sulzheim, Armsheim und Heimersheim gefeiert.

Während des 2.Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit von 1939 bis 1945. Als nach 1945 die einzelnen Mitglieder wieder aus den Krieg zurückkamen, wurden die Proben unter der Leitung von Dirigent Wildmann wieder aufgenommen. Die Kapelle spielte wieder bei allen kirchlichen Anlässen. Am 02.Mai 1950 verstarb der langjährige Präses Herr Dekan Sehn. Sein Amt übernahm im gleichen Jahr Herr Pfarrer Groß. Herr Jakob Koch führte den Verein weiterhin bis zur Generalversammlung am 08.03.1965. Seine Nachfolge trat Karl Frey an. Herr Koch wurde zum Ehernvorsitzenden ernannt.

In der Mitgliederversammlung am 29.02.1968 übernahm Herr Hans Heck den Vereinsvorsitz. Herr Heck konnte auch, nachdem der Verein lange Jahre ohne Dirigent auskommen musste, Herrn Zerfaß aus Fürfeld ais neuen Dirigent gewinnen. Unter dem neuen Musikleiter, der dem Verein sehr nahe stand, wurde ein enormer Aufschwung erreicht. Leider konnte der Bestand an aktiver Bläsern nicht erhalten werden, Nachwuchs fehlte, sodass man sich mir der Kirchenmusik Wöllstein zusammenschloss. Diese Zusammenarbeit war leider nicht sehr erfolgreich. Als Alternative bot sich die Zusammenarbeit mit dem Kath. Musikverein Heimersheim an und wurde in den folgenden Jahren auch gut durchgeführt. Da die Proben in Heimersheim jedoch nur von drei Bläsern aus Flonheim besucht wurden, spielte die Kirchenmusik Heimersheim gegen Honorar bei allen kirchlichen Anlässen in Flonheim.

In der Generalversammlung vom 20.02.1976 wurde Heinz Streitwieser zum 1.Vorsitzenden gewählt und Hans Heck wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Weiterhin wurde der Beschluss gefasst, wieder selbstständig zu spielen, wozu sich die anwesenden Aktiven bereit erklärten. Herr Streitwieser konnte als neuen Dirigent Herrn Georg Stappert aus Weinheim gewinnen. Es wurden viele Jugendliche für den Verein gewonnen und ausgebildet. Durch intensive Probenarbeit gelang es, sakrale, sowie weltliche Musikstück bei den verschiedensten Anlässen vorzutragen.

Herr Streitwieser wurde in der Generalversammlung vom 21.02.1980 von Bruno Petry in seinem Amt als 1.Vorsitzender abgelöst.

Im Januar 1981 wurden neue Satzungen durch das Bischöfliche Ordinariat in Mainz genehmigt.

Das 60-jährige Bestehen wurde vom 22.05. – 25.05.1981 unter Mitwirkung der Flonheimer Ortsvereine, sowie der Musikvereine aus Ober-Flörsheim, Armsheim-Schimsheim, Erbes-Büdesheim, Alzey-Weinheim, Fürfeld und Heimersheim gefeiert.

Im Jahre 1982 fuhren die Aktiven im Auftrag der Gemeinde Flonheim in die Partnergemeinde Villenauxe la Grande (Frankreich) und hinterließen mit Dirigent Stappert den besten Eindruck.

1983 wurde erstmals das Gartenfest des Kath. Musikvereins im Pfarrgarten in Flonheim veranstaltet. Dieses Fest findet seither traditionsgemäß am Sonntag nach Fronleichnam statt und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Kirchenmusik hat damit eine alte Tradition, eine Feier an Fronleichnam, wieder aufleben lassen.

Personell erlebte die Kirchenmusik 1985 eine großen Aufschwung und zählte zu Jahresende 31 aktive Mitglieder. Im gleichen Jahr wurden Uniformwesten angeschafft, sowie für Umzüge Umhänge genäht. Der Verein präsentiert sich seither in einer einheitlichen Kleidung.

Das 65-jährige Bestehen wurde mit einem Konzert in der Radsporthalle Uffhofen begangen. An diesem Abend wurde Dirigent Stappert für 10-jährige Tätigkeit geehrt und gleichzeitig auch verabschiedet. Am selben Abend übernahm Ernst-Rainer Haupt den Taktstock. Die Zahl der Aktiven stieg nun auf 34. Der Übungsraum wurde nun endgültig zu klein, weshalb die Übungsstunden nun in der Klosterstube des Bürgerhauses abgehalten wurden.

Am 18.01.1990 übernahm Alfred Sutter die musikalische Leitung der Kapelle, nachdem E.-R. Haupt aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Herr Sutter dirigierte den Verein bis 1991. Mit seinem Weggang kehrten auch einige Aktive dem Verein den Rücken, so dass zum Jahresende 1991 nur 20 Musiker aktiv waren.

Das 70-jährige Bestehen wurde am 27.04.1991 mit einem Konzert im Bürgerhaus gefeiert. Als besondere Einlage war an diesem Abend eine Blaskapelle aus der Tschechischen Republik zu Gast.

Das Jahr 1992 musste ohne Dirigent überbrückt werden, bis am 10.09.1992 Willi Winter aus Mainz-Kastell den Verein übernahm. Die Übungsstunden fanden wieder im Pfarrhaus statt.

Bei der Generalversammlung am 17.02.1994 stellte Bruno Petry sein Amt als 1.Vorsitzender aus beruflichen Gründen zur Verfügung. Für seine 14-jährige Tätigkeit wurde Bruno Petry von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In seiner Amtszeit wurde neben der bereits erwähnten einheitlichen Kleidung auch noch 4 Klarinetten, 2 Querflöten, 1 Tuba, ein kombiniertes Schlagzeug, 1 kleine und 1 große Marschtrommel angeschafft. Außerdem erhielt jede(r) Musiker(in) eine eigene Notentasche. Es wurde auch ein gebrauchtes Zelt gekauft (18x6m), das heute zu den verschiedensten Anlässen vermietet wird. Friedel Heck übernahm nunmehr die Vereinsleitung.

Durch intensive Probenarbeit und gute Beziehungen von Herrn Winter spielt der Verein heute neben den schon fast traditionellen Veranstaltungen in Nack und Flonheim beim Rosenmontagszug in Mainz und dem Fastnachtsumzug in Mz-Kastel. Diese Veranstaltungen, zu denen die Aktiven mit Privatfahrzeugen unentgeltlich fahren, tragen sehr zur Stabilisierung der Kassenbestandes bei.

Auf der Generalversammlung am 21.03.02 wurde Matthias Koch zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Seit dieser Zeit wird in enger Kooperation mit der Blasmusik AG der Grund- u. Hauptschule Jugendwerbung betrieben. Der ebenfalls neu gewählte 2. Vorsitzende Heiko Linnebacher besucht als Verbindungsmann die Proben der Blasmusik AG. Das 80-jährige Bestehen wurde mit einem Konzert in der Radsporthalle in Uffhofen gefeiert.

Durch eine intensive Mitgliederwerbung von Mario Dechent konnte der Bestand an inaktiven Mitgliedern auf 125 erhöht werden.

Im April 2008 stellte Herr Winter sein Amt des Dirigenten zur Verfügung. Herr Laszlo Szabo, Berufsmusiker beim Landespolizeiorchester Hessen und Mitglied der "Original Kapelle Egerland", konnte als Nachfolger gewonnen werden. Erstmals konnte auch seit Jahren wieder eine Jungbläsergruppe ins Leben gerufen werden. Unter der Leitung von Herrn Szabo gestalteten sie das Jahreskonzert 2009 mit und brachten auf der Weinachtsfeier einige adventliche Lieder zu Gehör.

Einen sehr großen finanziellen Aufwand musste der Verein 2009 stemmen. Ein lang gehegter Wunsch des Vorstandes wurde in diesem Jahr Wirklichkeit. Die seit mehr als 40 Jahren im verborgenen aufbewahrte Vereinsfahne ist restauriert worden und ist nun wieder bei den verschiedensten Anlässen vorzeigbar.



Im April 2011 spielte zum 90-jährige Jubiläum die Original Kapelle Egerland unter der Leitung von Edi Sagert in der ausverkauften Adelberghalle. Das Jahr klang mit einem Kirchenkonzert des KMV aus.

Mitte 2012 erfolgte ein erneut ein Taktstockwechsel. Stefan Czalykow, Musiklehrer aus Mainz leitet von nun an die kath. Kirchenmusik.
Erstmalig wurde im Oktober ein bayrischer Frühschoppen veranstaltet. Bei Haxen, Weißwürsten und hervorragender Unterhaltung durch den KMV Sulzheim ging ein erfolgreiches Fest über die Bühne.

Die Kath. Kirchenmusik Flonheim wird auch weiterhin ihrer Aufgabe als Kirchenmusik gerecht werden und die Gestaltung der kirchlichen Festtage als ihre Hauptaufgabe sehen.

Der Vorstand hofft in den nächsten Jahren genügend junge Leute für eine aktive Mitgliedschaft zu gewinnen, damit der Fortbestand gesichert ist.